Prozessionen – Verbindung zwischen Himmel und Erde


Bei strahlendem Wetter konnten heuer beide großen Prozessionen am Fronleichnamstag und am Herz-Jesu-Sonntag gefeiert werden.

In St. Nikolaus hat Pfarrer Robert Anhof an beiden Sonntagen die hl. Eucharistie gefeiert und die Prozession begleitet; Mario hat – nach dem ersten Teilstück - die Monstranz getragen.

Statuen, Laternen, und Fahnen wurden von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen getragen, die Musikkapelle spielte, auch Schützen und Feuerwehr, die Kinder und die Erstkommunikanten zogen mit dem Volk betend durch die Wiesen und Felder, um Gott die Ehre zu geben - ein Fest für alle Sinne.

Der Weg, den wir bei der Prozession gemeinsam gehen, spiegelt ein Stück weit unser Leben wider: Ein Leben, das von Gottes Schöpfung abhängig ist; ein Leben das geprägt ist von Freude und Leid, von Angst und Hoffnung, von der Sorge um das tägliche Brot, von der Sehnsucht nach Frieden.



Bei den Prozessionen zeigen wir auch, was wir glauben: dass Jesus im hl. Brot der Hostie unter uns ist. Dieses sichtbare Zeichen unseres Glaubens verbindet uns mit Christus und untereinander und hat seinen Ursprung im Gründonnerstag, dem Tag der Einsetzung der hl. Eucharistie. Das jüngere Herz-Jesu-Fest geht auf den Karfreitag zurück, an dem ein Lanzenstich das Herz Jesu geöffnet hat.


Die Anregung für die Einführung der beiden Feiertage entstammte dem Gespür von zwei frommen Frauen. Die Augustiner Chorfrau Juliane Lüttich sah in einer Vision eine helle Mondscheibe, die am Rand verdunkelt war. Sie deutete diese Vision so, dass in der Kirche ein Fest fehle, das die Gabe der Eucharistie eigens feiere.

Das Herz-Jesu- Fest geht auf Visionen der Ordensfrau Margareta Maria Alacoque zurück. In vier Visionen sah sie das von Liebe entflammte Herz Jesu brennen und sie erhielt den Auftrag, sich für die Verehrung dieses Herzens Jesu einsetzen.


Das Herz-Jesu-Fest hat für uns auch politischen Charakter. Gerade in der aktuellen Situation wird uns bewusst, wie wertvoll der ethnische Frieden in unserem Land ist. In der Prozession bringen wir unsere Dankbarkeit zum Ausdruck für das, was uns täglich geschenkt wird und für das, was durch zähe Friedensbemühungen errungen wurde.


Ein Dank gilt auch allen, die zum guten Gelingen der beiden Prozessionen beigetragen haben, die unser irdisches Leben mit dem Himmel verbinden.